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LOURDES 2006 (28. April - 3. Mai)
Ein „Ja!“ für alle Fälle auf der jährlichen großen Pilgerfahrt der Malteser
Um die 240 österreichische Malteser, Pilger und Betreute wagten es auch heuer wieder sich in einem Sonderzug nach Lourdes auf Wallfahrt zu begeben. Als Leser dieses Berichtes möchte ich Sie herzlich einladen nun mit uns in diesen Zug zu steigen und diese Fahrt zu erleben. Damit Sie sich diesen Zug so richtig vorstellen können, möchte ich eingangs eine kleine Führung machen. Also: „Bitte Einsteigen! Abfahrt in 10 Minuten!“

Zugfahrt als Wallfahrt
In den Waggons 1-4 befinden sich die Liegewagenabteile für Malteser, Pilger und Betreute. Hier, in diesen kleinen Abteilen, wie Sie sie auch sonst vom Personenverkehr der ÖBB kennen, werden nun 22 Stunden lang jeweils 4 Personen (2 Betreute, 2 Betreuer) sitzen und die Zeit beliebig gestalten. Alle, die einen Rollstuhl benötigen müssen diesen vor Beginn der Zugfahrt abgeben und erhalten ihn erst in Lourdes wieder. In den 22 Stunden dazwischen werden wir Rollifahrer zu jedem gewünschten Ort getragen oder mit einem „Fahrstuhl“, genannt „Blitz“, „gedüst“.
Im Waggon 5, dem Speisewagen, geht es sehr gemütlich, oft lustig, bis religiös-philosophisch zu. Es ist eine Art „Kommunikationszentrum“ im Zug.
Geheimnisse von Küche und Lager…
Nun darf ich Sie noch in die abgeschiedenen aber wichtigsten Waggons führen. Die Zugküche und das Lager. Die Malteser haben eine einzigartige Genialität entwickelt im Zug für 240 Personen die besten Menüs auf den Tisch zu zaubern, sodass ein jeder glauben könnte, er würde in einem 5 Sterne Hotel bewirtet.
Im Lager, sehen Sie die Rollstühle, Unmengen von Getränken und Lebensmitteln, übergroße Kochtöpfe und Schüsseln und alles Mögliche und Unmögliche, was 240 Personen für die 22 Stunden Zugfahrt brauchen könnten...
Im Waggon 4 befindet sich eine Arztpraxis und eine Apotheke. Auch „Hausbesuche“ im Abteil sind jederzeit möglich.
Für das geistliche Wohl sorgt das mobile Priesterteam (welche?). Das diesjährige Wallfahrtsthema lautete viel versprechend „Ja!“. Der Sonderzug nach Lourdes ist startklar…22 Stunden später: Ankunft in LOURDES!

Lourdes als Zufluchtsort für unseren „Herrn Kranken“
In Lourdes, gibt es eine eigene Bahnhofshalle für die „Malades“. Hier werden alle Kranken empfangen. Diese Halle ist immer voll und die tägliche Ankunft tausender Kranker wird wohl nie abreißen. In Lourdes bekommen Schwerkranke Personen eine fahrbare Pritsche, mit der sie liegend durch den heiligen Ort gerollt werden können. Diejenigen, die schlecht zu Fuß sind, werden in einer Art Rikscha geführt.
Sternwallfahrt der Malteser
Im Hotel für „Malades“ ist bereits der nächste Tag angebrochen. Hier ein Bon jour, da ein Good morning, dort ein Bon giorno... Einmal im Jahr findet in Lourdes die Sternwallfahrt der Malteser statt. Es handelt sich um ein Treffen von ca. 12.000 Maltesern, Pilgern und Betreuten aus aller Welt um an diesem Gnadenort in Gemeinschaft zu beten und den „Herren Kranken“ neue Kraft zu schenken.
An unserem ersten Tag in Lourdes, feiern wir in St. Joseph den österreichischen Gottesdienst zur Eröffnung der Wallfahrt.

Lange Abende nach erfüllten Tagen
Erschöpft von der langen Zugfahrt sind wir Betreuten erleichtert, dass das offizielle Programm bereits um 18.30 zu Ende geht. Nur unsere nie müde werdenden Malteser genießen noch bis spät nachts einen feierlichen Empfang durch ihren Großmeister Frà Andrew Bertie.
Am Sonntag nehmen wir an der Internationalen Heiligen Messe in der Basilika Pius X teil. Diese unterirdische Kirche bietet Platz für 22.000 Menschen. Es ist unglaublich, wie die Malteser es schaffen, solche Mengen von Rollstühlen geordnet an einen Ort zu bringen. Mit welcher Ruhe und Gelassenheit dies alles passiert! Es ist bewundernswert, wie sehr einer auf den anderen Rücksicht nimmt, mit welcher Liebe alle einander begegnen, auch wenn wir die Sprachen der anderen kaum verstehen können.
Der „Heilige Bezirk“
Eigentlich sollte man sich als Pilger in Lourdes so viel wie möglich im „Heiligen. Bezirk“ aufhalten. Damit ist die Gegend um die Grotte, der Platz vor der Basilika und der Weg entlang dem Fluss „Gave“ gemeint. Hier herrschen Andacht und Stille.
So nützen auch einige von uns die Gelegenheit, um vor der Grotte zu beten, oder in die Piscines (Badehallen) baden zu gehen. In den Piscines gibt es 14 Kabinen, je 7 für Männer und Frauen. Freiwillige Helfer stehen den Badenden mit Rat und Tat zur Seite. Bis heute werden immer wieder kranke Pilger durch das Wasser der Quelle geheilt.
Messe zur Versöhnung
Am Nachmittag feiern wir in der Chapelle de la Reconciliation (Kapelle der Versöhnung) einen bewegenden Gottesdienst. Als befreite Christen nehmen wir an diesem Abend an der Marienprozession teil und geben mit unseren brennenden Kerzen in der Hand bis in die dunkle Nacht hinein dankend Zeugnis von dieser Gnade.
Abreise aus Lourdes
Am letzten Vormittag müssen wir wieder unsere Zimmer räumen. Die Malteser putzen sogar auch noch unsere gesamte Hoteletage selbst, wofür wir sehr dankbar sind!
Bevor wir am Abend abfahren, feiern wir noch eine Messe mit Krankensalbung in der Marienbasilika. Reich beschenkt, voll der Erinnerungen und Andenken dürfen wir uns gestärkt von Lourdes verabschieden. Nun werden wir wieder 22 Stunden in unserem Zug sitzen. Wir werden diese Zeit dazu verwenden, miteinander über all die Eindrücke, die wir von den letzten Tagen in uns tragen zu sprechen und nachzudenken…oder einfach nur zu schlafen…
Vor unserer Ankunft möchte ich Ihnen, verehrte Leser, herzlich danken, dass Sie in unseren Zug mit eingestiegen sind! Gottes Segen und auf Wiedersehen im nächsten Jahr!
P.S.: Die traditionelle Wallfahrt des MHDA nach Lourdeswird nächstes Jahr vom 4.-9. Mai 2007 stattfinden. Wir rechnen wieder mit bis zu 270 Personen, die mit dem Zug an dieser wunderschönen Pilgerfahrt in den Südfranzösischen Marienwallfahrstort teilnehmen werden. Die Kosten betragen pro Person EUR 750,- und inkludieren bereits sämtliche Leistungen vor Ort und auf der Fahrt.
Wir bitten Sie sich diesen Termin zu reservieren und sich rechtzeitig direkt in den Bereichen anzumelden.
Weitere Informationen können Sie jederzeit über die Malteser Bundeszentrale unter der Wiener Telefonnummer 01/512 53 95 erhalten.

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